Litauen – eine Hochburg der Kultur!

von Dorothee Frey-Burghardt

25.06.2016 •  Vorbemerkung: Mit unermüdlichem Einsatz für den ethisch-kulturellen Friedensprozess auf lokaler, nationaler und zunehmend globaler Ebene strebt seit vielen Jahren dieses „kleine, aber feine“ Land mit Repräsentanten aus verschiedensten Bereichen und Institutionen in einer unbeirrten Weise voran, die  – mit größtem Respekt – als vorbildlich zu bezeichnen ist! Man kann mit Fug und Recht sagen, dass hier die tiefgründige Aussage (Goethe, Faust I)  „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“  geistig-kulturell verstanden und geerdet wird auf Basis der bedeutenden Botschaften der Familie ROERICH, die, wie bekannt, ganz besonders mit dem Baltikum verbunden war. Es ist uns eine Freude und Ehre, seit ca. 25 Jahren in geistiger Freundschaft an diesem nicht nur europaweit einzigartigen, positiven Entwicklungsprozess mitwirken zu dürfen…


Mit großer Freude und mit inhaltlich-umfangreichem „Vortrags-Gepäck“ nahm auch heuer  eine Delegation (D, A, CH) unserer Internationalen Gesellschaft FRIEDEN durch KULTUR Europa teil am feierlichen 10. Jubiläum des „Universellen Tags der Kultur“, der am 15. April mit einer  internationalen Konferenz unter dem Titel: „Wird Kultur zur nationalen Priorität?“ im Parlament in Vilnius begangen wurde.

 

Flaggenhissungszeremonie am Parlament. Copyright: Parlament der Republik Litauen.
Fotografin  Džoja Barysaitė, Quelle: Archiv des Parlaments der Republik Litauen.

Gestartet wurde traditionell vor dem Parlament mit kurzen Ansprachen, dem feierlichen Hissen des Friedensbanners, einem schwungvollen Konzert des Militärcorps sowie der Tanzvorführung einer Jugendgruppe in Tracht. Nach dem feierlichen Einzug des Friedensbanners, das von der Rektorin einer Friedensschule getragen wurde sowie nach einer schönen Tanz- und Gesangsdarbietung von Schülern wurden im großen, sehr gut besuchten Konferenzsaal von mehreren hochrangigen Regierungsvertretern Grußadressen vorgetragen. Mit großem und dankbarem Applaus wurde die Grußadresse unseres Präsidenten Willy Augustat bedacht. Es folgten zahlreiche, inhaltlich sehr gute Beiträge, u.a. des stellv. Kulturministers, der Vorsitzenden des Litauischen Komitees des Friedensbanners, des Ehrenvorsitzenden der Vydunas-Gesellschaft, von Vertretern einer Friedensstadt und Friedensschule, der Baltisch-Türkischen Kultur-Akademie sowie der Weißrussischen Staatsuniversität der Kultur und Künste. Mit großem Interesse wurden die Vorträge unserer Delegation aufgenommen. Sie enthielten viele praktische, zukunftsorientierte Hinweise und Vorschläge, auf die von den Teilnehmern immer wieder Bezug genommen wurde. Gefreut haben wir uns auch darüber, dass im Zuge der Konferenz verdiente Pädagogen ausgezeichnet wurden. In der Konferenz-Pause konnten wir viele alte Freunde begrüßen und eine beeindruckende Scherenschnitt-Ausstellung von Schülern zum Thema: „Schön, schöner, am Schönsten“ bewundern!  


Am  Nachmittag waren wir in größerer Runde zu Gast in den Räumen der Baltisch-Türkischen Kultur-Akademie, und nahtlos ging es weiter in das schöne, mit dem Friedensbanner beflaggte Gebäude der Musik- und Theaterakademie. Hier fand der Festtag der Kultur seinen  würdigen Abschluss mit einem wunderbaren Kammermusik-Konzert der Studierenden in diversen Formationen und hoher Qualität!  


Am 16. April trafen wir uns in außergewöhnlich harmonischer, freundschaftlicher und herzensbetonter Atmosphäre in den Räumen der ROERICH-Gesellschaft zu einem Internationalen Ethischen Forum zum Thema „FRIEDEN durch KULTUR“, das mit über 40 Teilnehmern sehr gut besucht war. Ein Mitglied unserer Delegation war im Präsidium vertreten. Vortragende waren u.a. der neue, junge Präsident der Roerich-Gesellschaft Riga (Lettland) und eine Musikpädagogin, die – zusammen mit Ehemann und sechs Kindern – musikalisch das Geschehen umrahmte. Unsere Beiträge wurden wiederum mit großem Interesse verfolgt und die in’s Litauische übersetzten Texte auch zur Weiterverteilung mitgenommen. Immer wieder wurde in Dankbarkeit die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit unserer Gesellschaft betont, ganz besonders die Denkanstösse und Unterstützung über viele Jahre durch den Präsidenten unserer Gesellschaft.


Bereits vor, aber auch während der offiziellen Konferenztage fanden diverse freundschaftliche Zusammenkünfte in kleineren Runden zum Ideenaustausch, zum gegenseitigen Kennenlernen und voneinander Lernen statt. Ein Ereignis von besonders erfreulicher Art war die Vorstellung der litauischen Neuübersetzung des Buches „Blätter aus dem Garten Morya - Der Ruf“ an der Kunstuniversität Litauen. Unsere Delegation hielt im Zuge des musikalisch und künstlerisch vielfältig ausgeschmückten Abendprogramms, vor einem sehr aufgeschlossenem Publikum, zwei Vorträge zu den Themen „Was ist Lebendige Ethik?“ und „Die Botschaft des Rufes“

Unsere Delegation im Kreise von Freunden nach dem beeindruckenden
Konzertabend in der Musik- und Theaterakademie in Vilnius.


Resümee: Der „Tag der Kultur“ ist inzwischen zu einem wunderbaren, positiven Selbstläufer geworden - auch im Hinblick auf die Selbstverständlichkeit, mit der über ihn in allen Medien ausführlich berichtet wird. Heuer haben an die Hundert Veranstaltungen in Dörfern und Städten mit Konzerten, Ausstellungen, Bannerhissen etc. im Sinne von „Vielfalt in der Einheit“ stattgefunden. Ganz besonderer Dank gebührt der langjährigen Vorsitzenden der ROERICH-Gesellschaft Vilnius, Frau Irena Zaleckiene, sowie Frau Dr. Aukse Narviliene, der Vorsitzenden des Litauischen Komitees für das Friedensbanner – samt allen Mitarbeitern! Wir freuen uns sehr auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit mit unseren langjährigen, wahrlichen Herzensfreunden – sowie auf neue Kooperationsperspektiven, die sich mit weiteren Ländern abzeichnen! Die FREUDE über diese Konferenzreise singt und klingt und schwingt in uns allen nach…!

Überreichung des Friedensbanners an eine verdienstvolle Mitarbeitergruppe anläßl. des Int. Ethischen Forums "Frieden durch Kultur".

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